Über Johannes Ehning
Bei dieser Familie werden Pferde groß geschrieben: die Ehnings! Marcus ist bereits mit 34 Jahren ein Weltklasseathlet und zählt zu den besten Stilisten im Springsattel überhaupt. Schwester Karina (29) ist seine Stallmanagerin, Kerstin (35) und Cornelia (27) reiten hobbymäßig, Mutter Hildegard ist eigentlich Lehrerin und mittlerweile die gute Seele des Betriebes in Borken und Vater Richard ist Manager und Geschäftspartner. Und Johannes? Der schick sich an in die Fußstapfen seines großen Bruders zu treten…
Das Nesthäkchen der Familie fand den Zugang zu Pferden etwas später als seine Geschwister: „Ich mochte Reiten gerne, aber Fußball fand ich auch sehr spannend. Da hatte ich zunächst auch mehr Erfolg als auf dem Pferd. Und so brauchte ich eben ein bisschen länger, um von unserem Pferdevirus infiziert zu werden. Mit zehn Jahren ging es dann erst bei mir los“, erzählt der heute 26-Jährige von seinem reiterlichen Start. Auch bei Johannes stellten sich Erfolge früh ein: Mit 15 Jahren siegte er bei den westfälischen Meisterschaften. 1999 wurde er mit Panama zum Einzeleuropameister der Junioren gekürt, Mannschaftssilber gab es oben drauf. Und auch in den folgenden Jahren gab es etliche Medaillen bei dem kontinentalen Championat: 2000 war es Einzel-Bronze und Silber mit der Equipe bei den Junioren. 2001 verdiente er sich Team-Silber bei den Jungen Reitern und 2003 wurde ihm der Titel Mannschaftseuropameister der Jungen Reitern verliehen.
Den Rückhalt, den Johannes von seinem älteren Bruder Marcus bekommt, ist enorm. Einige seiner Pferde hat der Jüngere übernommen, aber auch umgekehrt funktioniert das System – zwar in letzter Zeit immer besser. Vulkano FRH, Noltes Küchengirl oder Sabrina wurden von Johannes ausgebildet und werden jetzt von Marcus zu höchsten Ehren pilotiert: „Ich gebe die Pferde gerne meinem Bruder, denn er ist nun schon mal an der Weltspitze und ich weiß wiederum, dass er es sehr zu schätzen weiß“, so der Ambitionierte. Vorderste Platzierungen in internationalen Großen Preisen hat der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann bereits etliche vorzuweisen: Mit seinem momentanen Star Salvador sprang er zur Spitzenposition im Großen Preis von Kiel 2008 und belegte in Münster vor wenigen Wochen den dritten Rang. Das hektische Turnierleben, das Marcus führt, ist im Moment nicht sein Ziel. Johannes genießt die Zeit im heimischen Borken mit seinen Pferden und das kennt der Ältere an: „Johann hat viel Spaß bei der Ausbildung und im Handel – den Zweig baut er gerade weiter aus, und ich kann beruhigt auf Turniere fahren, denn ich weiß, Johannes reitet meine anderen Pferde und trainiert sie bestmöglich.“ Aber natürlich möchte Johannes auch weiterhin internationale Turniere bestreiten, wenn auch nicht in der Intensität, wie es Marcus tut. Und wenn die Zwei gemeinsam unterwegs sind, ist es besonders schön: „Das genieße ich“, lächelt Johannes. „Es ist nicht so, dass wir uns gegenseitig anstacheln und besser sein wollen als der andere. Im Gegenteil: Hauptsache einer ist vorne, dann sind wir zufrieden.“.